Juwele der Renaissance


Rosenburg © Panther Media GmbH / Alamy

Garsten © imageBROKER / Alamy Stock Foto

Hellbrunn © dudlajzov - stock.adobe.com

Innsbruck, Hofkirche © Horizon Images/Motion / Alamy

1502 wird am Magdalensberg in Kärnten von einem Bauern der sog. „Jüngling“ aus dem Boden gepflügt - kaum eine großartige Reaktion, kein Sturm, weder der Begeisterung noch Empörung (nudus est!). Was in Italien einen Zusammenlauf der Künstler und medialen Paukenschlag zur Folge gehabt hätte, bewegt hierzulande fast nichts - die Zeit war noch nicht reif. Die Renaissance fand als „stile nuovo“ wenig Interesse bei Habsburg und Untertanen. Erst unter Ferdinand I. und seinen spanischen Höflingen (wie den Salamanca), dann von Kirche, Adel und Bürgertum aufgegriffen, wird die Renaissance als „moderner Stil“ bald auch von vielen Protestanten übernommen und getragen. Gereift, von manieristischen Strömungen zerzaust und durch den sich abzeichnenden Barock aufgebauscht, passt der neue Stil nun gut und wunderbar zum neuen stattlichen Gewand der Monarchie.
Die „reine“, „hohe“, „ursprüngliche“ Renaissancekunst der großen Kunstzentren Italiens wird man in Österreich nicht finden, aber durch Kreuzungen und Mutationen entstanden im sozialen Klima der Mitte Europas Hybride und Neuzüchtungen mit auf anderer Art schönen Blüten, insgesamt ein reizvoll anderes Biotop.


Reiseleitung: MMag. Dr. Gerfried Mandl

1. Tag: Salzburg - Wels - Linz - Amstetten - St. Pölten - Wien - Murstetten - Walpersdorf - Rosenburg - Horn. Abfahrten lt. Fahrplan OST 1. Unser erster Programmpunkt ist der Besuch von Schloss Neugebäude bei Wien. Das „Neue Gebäude“ (Kaiserebersdorf wäre der entsprechende „Altbau“) ist ein Garten-Lustschloss Kaiser Maximilians II, dessen Hülle den Sturm der Zeiten überstanden, aber leider Gärten und Einrichtung verloren hat. Eine Grotte direkt im Nordflügel, die Stallungen und der Badeturm zeugen ebenso von seiner Bedeutung wie die besondere Architektur aus Terrassen und der Hauptbau als großer Arkadenprospekt. Weiterfahrt nach Murstetten, wo die Goldburg der Familie Althan (Name!) einst eines der berühmtesten Schlösser Niederösterreichs war. Heute existieren nur mehr die Standfläche und Gartenterrassen mit ein paar Gartenskulpturen, aber die Kirche bewahrt die Grabdenkmäler aus der Werkstatt A. Colins und ihren interessanten Chorumbau. Im nahen Walpersdorf ist ein Altschloss-„Vierkanter“ durch Flügelbauten zu einer Schlossanlage mit modernen Stuckfassaden und Kapelle umgebaut worden. Entlang einer alten Verkehrsachse geht es weiter über die Donau und ins Kamptal, wo wir die Rosenburg besichtigen. Am Abend erreichen wir unser Hotel im nahe gelegenen Horn. 
2. Tag: Horn - Greillenstein - Waldhausen - Münzbach - Altenburg - Linz. Horn war ein Zentrum des Protestantismus in Österreich („Horner Bund“). Durch die Rekatholisierung wurde aus der ehemaligen Protestantischen Stadtkirche eine dem Drachentöter Georg geweihte Kirche. Deren Architektur und die Loggia beim Puchheim-Schloss sind die Hauptmonumente der Renaissance in Horn. Im Westen des Horner Beckens liegt Schloss Greillenstein, ein besonderes Juwel der österreichischen Schlösserlandschaft. Über die Hochflächen des südlichen Waldviertels erreichen wir den alten Wallfahrtsort Schönbach, wo im späteren Kloster Architektur und Innenausstattung des frühen 16. Jh. beeindrucken und ein wunderschönes Ensemble bilden. In der Pfarrkirche von Waldhausen versuchte man gotische Strukturen in die Formensprache der Renaissance zu übersetzen - das Ergebnis ist sehr besonders! Die ehem. Stiftskirche in Waldhausen ist ein frühes Beispiel für den Siegeszug des Stucks (Stuckbarock). Auf der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Stopp in Münzbach, wo wir die Grabtumba des Grafen von Windhaag sehen, bevor wir im nahen Altenburg ein verborgenes Juwel der österreichischen Kunstlandschaft besichtigen: die Gruft der Prager von Pragthal, besonders beeindruckend durch ihre Wandmalerei in prächtigsten Farben. Übernachtung im nahen Linz.
3. Tag: Linz – Eferding – Schloss Parz – Irrsdorf – Salzburg. Ein Spaziergang führt uns zum Landhaus, einem Renaissancebau mit Portal und schöner Brunnenausschmückung. Anschließend fahren wir weiter nach Eferding, wo die Schaumberger, eine der einflussreichsten Adelsfamilien des Landes, einen der stilistisch bemerkenswertesten Reliefzyklen auf einem Grab in Österreich hinterlassen haben. Am Schloss Parz bewundern wir die eindrucksvollen Außenfresken, bevor wir in der Kirche von Irrsdorf prunkvolle gotische Holzportale und die Altäre von M. Guggenbichler besichtigen. Weiterfahrt nach Salzburg zum Sebastiansfriedhof im Osten der Stadt. Arkaden fassen hier einen Campo Santo mit dem erzbischöflichen Mausoleum (Gabrielskapelle) und seiner einzigartigen Majolikaausstattung als Zentrum. Wie das Mausoleum gehört die Wallfahrtskirche am Dürrnberg in die Zeit des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau.
4. Tag: Salzburg: Schloss Hellbrunn - Kufstein - Schloss Tratzberg - Volders - Innsbruck. Hellbrunn ist das beste Beispiel eines manieristischen Lustgartens all’italiana nördlich der Alpen: Besichtigung des Schlosses und der Gartenanlage mit den berühmten Wasserspielen. Anschließend geht es weiter nach Kufstein, wo wir bei der majestätischen Festung einen Stopp einlegen. Die Rondelle und Rundtürme künden vom Aufkommen und beginnenden Siegeszug der Artillerietechnik. Aus dem Besitz Maximilians gelangte das weiter Inn aufwärts gelegene Schloss Tratzberg durch Tausch in den Besitz der Brüder Tänzl, die es zu einem Musterensemble des frühen 16. Jh. ausgestaltet haben - Führung durch die preziös erhaltenen Räume. Auf der Weiterfahrt sehen wir in Volders die ursprünglich als Dreifaltigkeitskirche entworfene Kirche des Universaltalents H. Guarinioni. Am Abend erreichen wir unser Hotel in Innsbruck. 
5. Tag: Innsbruck - Schloss Ambras. Ein Stadtspaziergang führt uns zur Hofkirche mit dem Prunkleergrab und dem Dynastiedenkmal, welches die Hofkirche im Hauptschiff fast ausfüllt, und zur Silbernen Kapelle, die Erzherzog Ferdinand II für sich und seine Gemahlin als Grabkapelle errichten ließ. Wir besuchen weiters den Dom, wo das Cranach-Bild beeindruckt, das im Laufe der Zeit die Anrufung „Maria Hilf“ auf sich gezogen hat, und sehen das Grabdenkmal für Erzherzog Maximilian II. sowie die Kirche Mariahilf, wo eine Rundkuppel das schöne Renaissanceportal und 5 Altarnischen bedeckt. Bei einem Besuch im Landesmuseum Ferdinandeum mit seinen unterschiedlichen Sammlungen erfahren wir mehr über die Geschichte Tirols und sehen u.a. Bilder von Lucas Cranach d. Ä. und Rembrandt. Ein weiterer Höhepunkt ist eine Führung durch das Schloss Am(b)ras, ein Altschloss, das durch die Um- und Anbauten und eine umschließende Parterregartenlandschaft unter Ferdinand II. künstlerisch gehoben wurde. 
6. Tag: Innsbruck - Schloss Goldegg/Pongau - Spittal an der Drau: Schloss Porcia - Moosburg - Klagenfurt. Vom Inn geht es heute über die Kitzbüheler Alpen an die obere Salzach zum Schloss Goldegg mit seinem freskierten Rittersaal aus der 1. Hälfte des 16. Jh. Jenseits der Tauern in Kärnten liegt das ehemalige Salamanca-Schloss (heute Porcia) in Spittal a. d. Drau, sicher einer der Schlüsselbauten der Renaissance-Rezeption und -Aneignung im österreichischen Raum. Architektur und Bauplastik müssen hier in ihrer Gesamtheit und im Zusammenspiel, in Form und Maß exotisch neu gewesen sein. Besuch der Kirche von Moosburg mit einem beispielhaften Werk von M. Pacobello für die Familie von Ernau. Klagenfurt wurde im 16. Jh. neu befestigt - nach Stadtbränden und aufgrund der Türkengefahr. Auch hier wurde das Landhaus modernisiert, auch hier durch den Protestantismus Kirchen adaptiert oder neu gebaut (wie etwa der heutige Dom). Aus der Sage heraus und vom Stadtsiegel herunter ist der Lindwurm gekrochen und Skulptur geworden - der „Koloss von Klagenfurt“ bleibt eines der großen Kuriosa abendländischer Monumentalplastik.
7. Tag: Klagenfurt - Stift Eberndorf - Ehrenhausen - Schloss Spielfeld - Graz. Die ehemalige Eberndorfer Stiftskirche besitzt eines der bedeutendsten Sternrippengewölbe Kärntens und mit den Gräbern der Familie Ungnad (v.a. Christoph Ungnad, gest. 1490), diversen Holzplastiken und Reliefs wichtige Werke aus der Übergangszeit zwischen Gotik und Renaissance. Über die Soboth und Koralm-Ausläufer gelangen wir nach Ehrenhausen, wo sich Ruprecht von Eggenberg ein Mausoleum hat errichten lassen, das zwar eindeutig Bau- und Gestaltungsideen aus Italien aufgreift, ohne sich aber direkt von konkreten Vorbildern ableiten zu lassen. Nach einem kurzen Besuch des Schlosses Spielfeld mit seiner schönen, durch Arkaden geöffneten Hofarchitektur erreichen wir Graz, wo Geringschätzung noch im 19. Jh. eine der schönsten Renaissancetreppen Österreichs in der dortigen Residenz vernichtet hat. Beeindruckend ist aber nach wie vor das Gesamtensemble aus Burg, Dom und Mausoleum und das Arkadenspiel des Landhauses gehört zu den schönsten des Landes.
8. Tag: Graz - Pernegg - Seckau - Burg Strechau - Garsten - Linz - Amstetten - St Pölten - Wien/- Wels - Salzburg. Fahrt durch das untere Murtal nach Pernegg, wo Wallfahrtskirche und Schloss ein schönes Ensemble bilden und das Wandgrab des Gallus von Racknitz an der Kirchenaußenwand durch Größe und Qualität bemerkenswert ist. In Seckau ließ Erzherzog Karl II für sich und seine Gemahlin durch mehrere oberitalienische Werkstätten ein Gesamtkunstwerk gestalten. Auf der Weiterfahrt besuchen wird die Burg Strechau, wo die kleine, aber sehr feine Stuck-Fresken-Kapelle beeindruckt. Über den Pyhrnpass und durch das Steyrtal gelangen wir nach Garsten und besichtigen die Losensteiner-Kapelle im ehemaligen Benediktiner-Stift. Anschließend geht es weiter nach Linz. Rückfahrt unserer Gäste aus Wien mit der WESTbahn um 18.30 Uhr nach Wien, Ankunft um 20.18 Uhr bzw. unserer Gäste aus Salzburg um 19.32 Uhr nach Salzburg, Ankunft um 20.48 Uhr bzw. mit dem Bus zurück nach Wels.

LEISTUNGEN:

  • Fahrt mit einem Reisebus mit verstellbaren Sitzen (****Sitzabstand), Bordtoilette und Aircondition
  • WESTbahn-Ticket von Salzburg nach Wien und ab Linz retour bzw. von Linz nach St. Pölten/Wien inkl. Sitzplatzreservierung
  • 5 Übernachtungen in zentral gelegenen ****Hotels und 2 Übernachtungen in ***Hotels (österr. Klassifizierung), jeweils in Zweibettzimmern mit Du/WC inkl. Ortstaxe
  • Halbpension mit Frühstücksbuffet, kein Abendessen am 2., 3. und 6. Tag
  • Eintritte u. Führungen: Schloss Neugebäude, Schloss Rosenburg, Schloss Greillenstein, Schloss Hellbrunn, Schloss Tratzberg, Hofkirche, Silberne Kapelle und Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, Schloss Ambras, Schloss Goldegg, Schloss Porcia, Mausoleum Ehrenhausen, Burg Strechau, alle Kirchen und Klosterbesichtigungen lt. Programm (div. Spenden)
  • qualifizierte österreichische Reiseleitung

Gültiger Reisepass bzw. Personalausweis erforderlich!
Höchstteilnehmerzahl: 25 Personen

HOTELUNTERBRINGUNG: Die Unterbringung erfolgt in folgenden o.ä. Hotels (Landes-Klassifizierung) in Zweibettzimmern mit Du/WC
Horn:  ****Hotel Restaurant „Öhlknechthof“ (Zentrum)
Linz:  ***Hotel „Motel One Linz-Hauptplatz“ (Zentrum)
Salzburg:  ***Hotel „Motel One Salzburg-Mirabell“ (Zentrum)
Innsbruck:  ****„AC Hotel by Marriott“ (Zentrum)
Klagenfurt:  ****„Select Hotel Moser Verdino“ (Zentrum)
Graz:  ****Hotel „Das Weitzer“ (Zentrum)

>> zum PDF der Reise

Zustiege

AMSTETTEN, Hauptbahnhof
ATTNANG PUCHHEIM, BAHNHOF
LINZ/Hbf., Reisebusterminal/ABC Buffet
SALZBURG, HAUPTBAHNHOF
VÖCKLABRUCK, Bahnhof
WELS-Hauptbahnhof, Schauerstr./Reisebushaltest.
WIEN, Westbhf./Felberstr/Mercure H.
H R Bezeichnung Termin Preis pro Person ab
Buchbar Buchbar Juwele der Renaissance 13.05.2022 - 20.05.2022 1.580,- €  


Bitte Termin auswählen:


#*details*#
BusProNet® Internet - © Kuschick Software GmbH