Ungarn - Westrumänien - Banat

Grenzgänge von Eger bis zum Eisernen Tor -
auf den Spuren von König Matthias Corvinus
* Timisoara - europäische Kulturhauptstadt 2023


Eger © e_polischuk - stock.adobe.com


Sarmizegetusa Regia © ctrif - stock.adobe.com

Hunedoara © Balate Dorin - stock.adobe.com

Sie interessieren sich für die mit Österreich eng verbundene Geschichte im Südosten Ungarns und in Westrumänien? Dann ist diese historisch fundiert geführte StudienReise eine echte Empfehlung. Dr. Mandl beschreibt ausgehend von Visegrád am Donauknie  über  Cluj, dem Eisenernen Tor, Timisoara  im Banat und Lébeny nahe Györ einen vielfältigen Kultur- und Religionsraum. Viele Namen und Begriffe sind uns bekannt, aber die echten Gegebenheiten? Bauten von Helmer und Fellner finden wir ebenso vor wie calvinistische Dorfkirchen, endlose Puszta, Ausgrabungen aus der Daker-Zeit, römische Spuren, Klein-Wien/Timisoara, romanische Fresken und die pittoreske Flickwerkkirche in Densus, nördlich des Rezetat-Gebirges.


Reiseleitung: MMag. Dr. Gerfried Mandl

1. Tag: Salzburg - Wels - Linz - Amstetten - St. Pölten - Wien - Visegrád - Donauknie - Feldebrö - Eger. Anreise lt. Fahrplan OST 1. Bahnfahrt von Salzburg direkt nach Wien. Busfahrt von Wels über Linz, Amstetten und St. Pölten nach Wien. Weiterfahrt vorbei an Györ/Raab und Esztergom/Gran nach Visegrád. Der Ortsname „hohe Burg“ bezieht sich auf die weithin sichtbare Burg am Donauknie. Im 15. Jh. entstand unter König Matthias Corvinus eine der wichtigsten gotisch-renaissancezeitlichen Schlossburgen Europas. In den Türkenkriegen wurde die Anlage zerstört, jedoch in den letzten Jahrzehnten sorgfältig restauriert. Wir folgen dem Durchbruchstal der Donau und gelangen durch die ungarische „Schwesterlandschaft“ der Wachau an Budapest vorbei nach Feldebrö. Die Kirche aus dem frühen 11. Jh. dürfte als königliche Grablege gedient haben (z.B. für König Aba Samuel, gest. 1044). Ihre Architektur ist vom byzantinischen Kirchenbau beein?usst, in der Krypta haben sich Reste romanischer Fresken erhalten. Weiterfahrt nach Eger.
2. Tag: Eger - Ausflug Bélapátfalva. Eger/Erlau, umgeben von Weinbergen - Stichwort „Eger Stierblut“ - war ein bedeutendes Bistum, ein Zentrum der Renaissance in Ungarn und auch einmal ein Thermalkurort. 1552 wurde die Stadt erstmals von den Truppen des Osmanischen Reiches belagert, 1596 fiel Eger dann in die Hände der Türken und blieb für fast 100 Jahre Teil des Osmanischen Reiches. Zeugnis dafür gibt das nördlichste erhaltene Minarett aus osmanischer Zeit. Wir besichtigen den klassizistischen Dom und das bischö?iche Lyzeum mit Fresken von Kracker und Maulbertsch - die Stadt prägen bis heute Barockbauten der Architektenfamilie Gerl und von Jakob Fellner. Sehenswert ist auch die Festung - Besichtigung des Regionalmuseums. Am Nachmittag Ausflug zur eindrucksvollen Zisterzienserabtei Bélapátfalva im Bükk-Gebirge.
3. Tag: Eger - Miskolc - Ausflug Edelény - Diósgyör - Tokaj. Am Morgen erreichen wir Miskolc und erkunden das historische Zentrum. Das Stadtumland dominiert die Burg von Diósgyör, sie war seit dem Spätmittelalter Sommerresidenz der ungarischen Regentinnen. Mehr Zeit nehmen wir uns für das von Giovanni Battista Carlone für die Familie l’Huillier-Coburg besonders aufwendig gestaltete Schloss von Edelény. Später geht es in den weltberühmten Weinbauort Tokaj, der inmitten einer über Jahrhunderte geformten Kulturlandschaft liegt. Sicher verkosten wir ein Glas Tokajer. Bei der Rückfahrt nach Miskolc kommen wir auch an Szerencs vorbei, Stephan Bocskai und Sigismund I. Rákóczi wurden hier zu Fürsten Siebenbürgens und Ungarns gewählt. Auch der Geburtsort des Revolutionärs Lajos Kossuth liegt auf unserer Route.
4. Tag: Miskolc - Vizsoly - Sárospatak - Karcsa - Pácin - Tákos - Csaroda - Nyírbátor. Nördlich von Miskolc bewundern wir die malerische Dorfkirche von Vizsoly mit Wandmalereien aus dem 13 Jh. und später. Calvinisten druckten an diesem Ort die erste ungarische Bibel. Calvinistisch geprägt zeigt sich auch Sárospatak, hier lehrte Johan Amos Comenius. Das königliche Schloss von Sárospatak war im 17. Jh. im Besitz der Familie Rákóczi, verfiel später, wurde jedoch restauriert und ist heute eine der bekanntesten Burg- und Schlossanlagen Ungarns. Auf der Fahrt durch Nordostungarn sind viele calvinistische Dorfkirchen sehenswert, alte Kirchen aus der Romanik wurden von den Calvinisten weiter genutzt oder Neubauten mit volkstümlicher Barockausstattung errichtet. Auf dem Weg nach Nyírbátor, der Heimatstadt der Familie Báthory, besuchen wir Beispiele calvinistischer Kirchen in Karcsa, Tákos und Csaroda.
5. Tag: Nyírbátor - Hortobágy Puszta - Debrecen - Oradea. Auch Nyírbátor besitzt mit der Franziskanerkirche und der heutigen Reformierten Kirche zwei bemerkenswerte Kirchengroßbauten, die auf Bauprogramme von König Matthias Corvinus zurückgehen. Nach der Besichtigung lassen wir uns auf die schier endlose Ebene der Puszta ein. Im Hortobágy-Schutzgebiet des großen Alfölds unternehmen wir eine Kutschenfahrt durch die erst durch den Menschen entstandene Kulturlandschaft und besuchen das Hirten-Museum. Die Puszta-Großstadt Debrecen bietet als Agrarmetropole des alten Europas Prachtbauten und wird auch - kurios - „Calvinistisches Rom“ genannt. Nach Debrecen überqueren wir die Grenze und erreichen die historisch stark ungarisch geprägten Landstriche Westrumäniens.
6. Tag: Oradea - Porolissum - Zalau - Cluj-Napoca. Gestern noch im „Calvinistischen Rom“, heute bereits im „Ungarischen Compostela“; Oradea/Großwardein ist eine gemütliche Stadt am schnellen Cri?ul-Fluss. Wir sehen den Einheitsplatz mit der Mondkirche und den Jugendstilbau zum Schwarzen Adler. Die hochbarocke Kathedrale zählt zu den größten Bauten dieses Stils in Rumänien. Weiter geht es durch die Mun?ii Apuseni - das „Goldgebirge“ der Daker und Römer. Nach der Eroberung durch die Römer unter Kaiser Trajan wurden die Bergbaustätten durch Garnisonsstädte wie Porolissum gesichert. In Zalau besuchen wir das diesem Thema gewidmete Museum - und erreichen am Abend Cluj-Napoca, Geburtsort von König Matthias Corvinus.
7. Tag: Cluj-Napoca - Alba Iulia - Sarmizegetusa Regia - Deva. Cluj-Napoca/Klausenburg, die Universitätsstadt der Báthorys und Hauptstadt Transsylvaniens ab 1790, liegt über dem antiken Napoca und besitzt eine spätgotische Kathedrale. Die Stadt prägen Barockpalais (z.B. der Familie Bánffy), Stadtkirchen der unterschiedlichen christlichen Gemeinden sowie Prunkarchitektur des 19. Jhs. wie das Opernhaus. Südlich liegt als nächste wichtige Stadt Alba Iulia/Karlsburg: Ihr mittelalterlicher Kern steckt seit der Barockzeit in einem Korsett aus Sternbastionen. Das Zentrum dominiert der Michaelsdom, einer der zentralen Erinnerungsorte Ungarns (Grab des Nationalhelden János Hunyadi). Rätsel geben bis heute die kreisförmigen Heiligtümer von Sarmizegetusa Regia auf. Die Ausgrabungsstätte aus der Daker-Zeit liegt hoch in der Bergeinsamkeit der südlichen Karpaten.
8. Tag: Deva - Hunedoara - Densus - Ulpia Traiana - Baile Herculane. Heute erkunden wir Deva, das von einem seit der Antike besiedelten, heute mit einer mittelalterlichen Ruine bestückten Bergkegel überragt wird. Im Regionalmuseum besichtigen wir antike Funde aus der Umgebung. Die Hunyadi-Burg in Hunedoara/Eisenmarkt wird zwar heute von Großindustrien bedroht, sie ist aber weiterhin ein Schmuckstück und nach wie vor wichtiger Angelpunkt ungarischen Nationalstolzes. In der Passlandschaft nördlich des Rezetat-Gebirges liegt Densus - wir besichtigen die pittoreske Flickwerkkirche aus dem hohen Mittelalter und erreichen später Ulpia Traiana, wieder eine römische Verwaltungsstadt. Übernachtung in Baile Herculane, ehemals k.u.k. Thermalstadt Herkulesbad.
9. Tag: Baile Herculane - Donaupässe und Eisernes Tor - Timisoara. Heute geht es Richtung Donau, unsere erste Station ist die Stadt Orsova, einst Tor zum Orient: Während der ungarischen Revolution von 1848/1849 versteckten hier Nationalisten die Krönungsinsignien, 1853 fand man mit Hilfe eines Spions den ungarischen Kronschatz (inkl. der Stephanskrone) wieder. Wir folgen der Donau zum „Eisernen Tor“,  eine der berühmtesten Flusslandschaften Europas. Wir fahren durch den Kazan-Pass (mit zahlreichen Fotomotiven wie der Kapelle am Strom und dem Decebalus-Felsrelief) bis zur „Westpforte“ des großen Donau-Durchbruchs. Die nördlich anschließende Großlandschaft ist das Banat, seine Hauptstadt Timisoara unser nächstes Ziel - Europas Kulturhauptstadt 2021! „Viena mica“,  „kleines Wien“, ist eine Stadt der Plätze mit orthodoxer wie katholischer Kathedrale, vielen ansehnlichen Bürgerhäusern, Adelspalais und Parks. Der Großteil der Architektur stammt aus dem 19. Jh., als die Stadt einen starken wirtschaftlichen Aufschwung nahm und sich von einer mittelalterlichen Festungsstadt zu einer bürgerlichen k.u.k. Boomtown entwickelte.
10. Tag: Timisoara - Lenauheim - Arad - Gyula. Das Banat ist rumänisch, ungarisch, serbisch und war in vielen Aspekten auch österreichisch- deutsch. Wir besuchen Lenauheim und das Geburtshaus des spätromantischen Schriftstellers Nikolaus Lenau. Weiter geht es nach Arad - während der ungarischen Revolution 1848/1849 spielte die Stadt eine Schlüsselrolle. Wir queren die Grenze zu Ungarn und besichtigen die spätmittelalterliche Burg-Residenz Gyula.
11. Tag: Gyula - Kiszombor - Szeged. Richtung Südwesten besichtigen wir in der romanischen Rundkirche in Kiszombor Fresken des 14. Jh., ehe wir mit Szeged die große Stadt des ungarischen Südens erreichen. Die Theiß brachte Szeged Wohlstand, aber auch Verwüstung, und so dominiert im Zentrum eine 1913 begonnene neoromanische Votivkirche. Stilsicherer wirken der echt romanische Demetrius-Turm, die mit einem prunkvollen Netzgewölbe ausgestattete Franziskanerkirche und die Neue Synagoge im Jugendstil. Reste der Festung bilden heute den Stadtpark, schön sind auch die Platzanlagen der Innenstadt.
12. Tag: Szeged - Lébény - Wien - St. Pölten - Amstetten - Linz - Wels - Salzburg. Am Morgen beginnen wir unsere Rückreise - nahe Györ besuchen wir die romanische Klosterkirche von Lébény, einer der wichtigsten Stationen am ungarischen Jakobsweg. Wir machen einen kurzen Stopp und besichtigen die Basilika. Weiter geht es zurück nach Wien - Ankunft ca. 18.00 Uhr. Rückfahrt mit der WESTbahn um 18.42 Uhr nach Salzburg, Ankunft um ca. 21.08 Uhr bzw. mit dem Bus nach Oberösterreich, Ankunft in Linz ca. 20.00 Uhr.

LEISTUNGEN

  • Fahrt mit Reisebus mit verstellbaren Sitzen (****Sitzabstand), Bordtoilette und Aircondition
  • WESTbahn-Ticket Salzburg - Wien/retour inkl. Sitzplatzreservierung
  • 2 Übernachtungen in ***Hotels und 9 Übernachtungen in ****Hotels  (Landes-Klassifizierung), jeweils in Zweibettzimmern mit Dusche/WC
  • Halbpension
  • Eintritte (total ca. € 130,--): Hunyadi-Burg (Visegrád), Dom, Lyzeum, Regionalmuseum (Eger), Abtei Bélapátfalva, Burg der Königinnen (Diósgyör), Schloss Edelény, Dorfkirche Vizsoly, Schloss Sárospatak, Hirten-Museum, Mondkirche (Oradea), Stadtmuseum (Zalau), Ausgrabungsstätte (Sarmizegetusa), Regionalmuseum (Deva), Hunyadi-Burg (Hunedoara), Burg Gyula, Kirchen lt. Programm
  • Weinverkostung in Tokaj
  • Kutschenfahrt im Hortobágy-Schutzgebiet
  • qualifizierte österreichische Reiseleitung

Gültiger Reisepass (für die Dauer des Aufenthaltes) oder Personalausweis erforderlich.
Höchstteilnehmerzahl: 25 Personen

>> zum PDF der Reise

Zustiege

AMSTETTEN Autobahnabf. West, Pendlerparkpl.nachKreisverkehr
ATTNANG PUCHHEIM, BAHNHOF
ENNS Ost-Autobahnabfahrt, ENI-Tankstelle
LAMBACH, Firma Kneissl Touristik
LINZ/Hbf., Reisebusterminal/ABC Buffet
SALZBURG, HAUPTBAHNHOF
ST.PÖLTEN, Autobahnabf.Süd/BP Tankstelle
VÖCKLABRUCK, Bahnhof
WELS-Hauptbahnhof, Schauerstr./Reisebushaltest.
WIEN, Westbhf./Felberstr/Mercure H.
WIEN-Bhf. Meidling, Eichenstr. (bahnhofseitig), gegenüber Hausnr. 50-52
H R Bezeichnung Termin Preis pro Person ab
Buchbar Buchbar Ungarn - Westrumänien - Banat 02.06.2022 - 13.06.2022 1.990,- €  


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