Romanik in Österreich






Eine Reise in die Zeit um 800 n. Chr. ist eine Reise in einen entgegen all unseren geografischen Denkgewohnheiten anders organisierten Großraum, in dem Österreich noch nicht Österreich ist. Noch existieren große Waldlandschaften ohne nennenswerte Besiedelung. Das Städtenetz der Antike ist verblasst, Dörfer und kleine Siedlungen dominieren. Reitervölker aus dem eurasiatischen Hinterland gelangen entlang der Donau nach Mitteleuropa. In den Alpen und den Vorländern leben viele Menschen nach althergebrachten, nichtchristlichen Traditionen. Fünfhundert Jahre später ein vollkommen anderes Bild, eine neue Welt: Österreich ist von der Donauachse aus gewachsen, im Verbund mit der Stiria und durch die Kirchenorganisation Salzburgs und Passaus einheitlicher geworden. Kirchen, Klöster, Städte und Burgen organisieren das Land neu in Fläche und Tiefe. Der sprichwörtliche Fleck auf der Landkarte existiert nun. Die Eckpfeiler dieser Reise seien daher das 8. Jh. n. Chr. und die Zeit um 1300 mit gelegentlichen „Rückblicken“ in die Antike


Reiseleitung: MMag. Dr. Gerfried Mandl - Kleingruppe

1. Tag: Wien - St. Pölten - Amstetten -/Salzburg - Wels -/- Linz - Stift Lambach - Stift Kremsmünster - Rottenmann - Aigen im Ennstal. Abfahrten lt. Fahrplan ÖSTERREICH 1 bis Linz. Bahnfahrt mit der WESTbahn von Salzburg bzw. Wien, St. Pölten und Amstetten nach Linz. Am Beginn unserer Reise steht die Martinskirche in Linz (799 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt). Stark verändert im Laufe der Zeit gehören Teile des Baus zu den ältesten frühmittelalterlichen Strukturen, die in Österreich erhalten geblieben sind. In Lambach erwartet uns ein Freskenzyklus von europäischem Rang: Im Westwerk haben sich Malereien aus der 2. Hälfte des 11. Jh. erhalten. Es faszinieren die technische Perfektion und der Aufwand („buon fresco“, Pigmente), deren Monumentalität und die europaweiten Bezüge. Kremsmünster, unser nächster Halt, ist einer der Trittsteine der bairischen und dann karolingischen Expansion Richtung Osten gewesen; Symbol dieser überkreuzten Geschichte ist der Tassilokelch aus dem späten 8. Jh., Meisterwerk und Unikum. Über die Pyhrnroute, schon in der Römerzeit eine wichtige Nord-Südachse, geht es nach Alt-Rottenmann (Besichtigung der Georgskirche -Freskenreste) und Aigen im Ennstal.
2. Tag: Pürgg - Haus im Ennstal - Mauterndorf - Mariapfarr - Spittal an der Drau. Die ehemalige Burgkapelle in Pürgg ist ein Juwel unter den Freskenensembles des Alpenraums. Ausgezeichnet und flächig erhalten ist hier die Buntheit einer romanischen Innenausmalung im Gesamteindruck noch zu erleben. Die Bildthemen sind teils kanonisch, dabei gelungen „ausformuliert“ (z.B. Jesu Geburt), teils ausgefallen wie der berühmte Katzen-Mäuse-Krieg (die Mäuse halten die Festung bis heute!). In Haus im Ennstal hat sich ein romanisches Triumphkreuz in seiner farbigen Fassung von seltener Eindringlichkeit erhalten. Über die Tauernpässe, auch hier die Römer als Pioniere und die Salzburger Erzbischöfe als Landesväter eifrige Nachfolger, führt die Route weiter in den Lungau. Verlässt man die Passlandschaft, lauert sogleich die Burg von Mauterndorf. Nomen est omen! Wir zahlen (Eintritt) und besichtigen die Malereien der Burgkapelle. Im nahen Mariapfarr hat sich ein Bilderzyklus des Lebens Jesu erhalten. Dieser wurde um 1220 mit groben Strichen (eindringlichem Rot!) und trotzdem elegant an die Kirchenwände gezaubert. Nach einem kurzen Stopp bei St. Michael (St. Martin, Römerstein) gelangen wir nach Spittal an der Drau.
3. Tag: Ausflug Zwickenberg - Osttirol: Dölsach - Matrei - Burg Heinfels. Wir folgen der Drau flussaufwärts zur Pforte von Kärnten nach Tirol. Auffahrt zur Kirche von Zwickenberg mit einer der älteren romanischen Christophorus-Darstellungen. In Osttirol liegt der Schwerpunkt der Besiedlung seit altersher in der großen Beckenlandschaft von Lienz. Dort besuchen wir die kleine Kirche St. Margarethen bei Dölsach (Innenbesichtigung), das römische Verwaltungszentrum Aguntum (Museum u. Ausgrabung) und den Kirchberg bei Lavant mit spätantiker Kirchenarchitektur. Den Höhepunkt romanischer Malerei in Tirol findet man an den Innenwänden der Nikolaus-Kirche bei Matrei. Die Qualität der Zeichnung und ikonographische Details (z.B. Elemente-Darstellung) machen die Bedeutung dieses Zyklus aus. Im Pustertal beschließt Burg Heinfels den Tag, deren romanische Grundstruktur noch deutlich das insgesamt sehr pittoreske Ensemble prägt.
4. Tag: Teurnia/St. Peter in Holz - Millstatt - Gurk - Friesach. Teurnia war in der Spätantike Bischofssitz und wichtiges Zentrum in Südnoricum (Museum, Friedhofsbereich, Bischofskirche). Heute liegt es fast verlassen als St. Peter in Holz im Lurnfeld. Das Mittelalter in der Region sie¬delte anderswo. Der romanische Kern von Millstatts ehemaliger Stiftskirche dringt an vielen Stellen noch durch die später angelagerten Schichten nach außen. Einige der bemerkenswertesten romanischen Steinplastiken haben sich hier erhalten. Die Bischofskirche Gurk -bekannt als das Paradeensemble romanischer Kunst in Österreich, bietet ein vollständig freskiertes Westwerk (gotisch mit romanischem Bildaufbau), eine der schönsten Säulenkrypten Europas und mit der Magdalenenscheibe ein Hauptwerk der frühen Glasmalerei. Die Werkstatt von Gurk war auch im benachbarten Lieding tätig, wo eine sehr sehenswerte Kirche und Karner im Bannkreis der bischöflichen Kirche und Residenz in Strassburg liegen. Unser Quartier liegt zentral in Friesach. Auch dieses war einst ein Flecken Salzburg mitten in Kärnten und ist berühmt für sein tw. noch mittelalterliches Stadtbild.
5. Tag: Ausflug Maria Saal - Karnburg - Hemmaberg. Wir besichtigen die Hauptburg von Friesach und den Rest der romanischen Residenz. Sie ist eine der größten Turmresidenzen Österreichs, in der sich trotz der groben Vernachlässigung (gerade im 19. Jh.) noch Fresken im Stil der Salzburger Tradition erhalten haben. Die Gegend von St. Veit über das Zollfeld bis in den Raum Klagenfurt ist das Zentrum Kärntens seit der Antike. Maria Saal, Nachfolgerin Virunums, mit den vielen Römerfunden und dem Teppich aus Römersteinen in der Fassade der Kirche führt das eindrücklich vor Augen. Karnburg liegt westlich am Gegenhang und war einer der Hauptorte des Herzogeinsetzungsrituals in Kärnten. Lendorf und St. Peter am Bichl sind romanische Landkirchen mit römischen bzw. vorromanischen Spolien und vor allem schöne Ensembles. Die frühe christliche Tradition in Unterkärnten verdichtet sich am Hemmaberg in einer Häufung an Kirchenstiftungen. Der Befund ist sensationell. Hier ersetzen die Neubauten nicht ältere Kirchen, es liegen hier die Bauten nicht über-, sondern nebeneinander.
6. Tag: St. Georgen bei Judenburg - Seckau - Wolfsberg - St. Paul im Lavanttal. In St. Georgen bei Judenburg wurde erst in den 1980er Jahren einer der wichtigsten Zyklen spätromanischer Wandmalerei aufgedeckt. Die Georgslegende (noch ohne Drachen!) wird bandartig im ehemaligen Chorbereich rundumlaufend abgespult. Seckau, der Dom im Gebirge, Abtei und Bischofssitz, bietet erhabene romanische Architektur, die berühmte Kreuzigungsgruppe und interessante Zubauten aus späteren Jahrhunderten. Zwar nicht romanisch, aber anknüpfende moderne Kunst ist die von Herbert Böckl gestaltete Engels-Kapelle. Nach Wolfsberg (Besichtigung der Pfarrkirche) folgt die Abtei St. Paul im Lavanttal, was die Zusammenschau von Seckau und St. Paul an einem Tag ermöglicht. Auch hier dominiert die ro¬manische Bausubstanz. Im Museumsbereich ist eine crux gemmata (Adelheid-Kruzifix, 11 Jh.) und andere Teile der umfangreichen Stift¬sammlung („Schatzhaus Kärntens“) zu sehen.
7. Tag: St. Paul - Hartberg - Burgruine Landsee - Scheiblingkirchen - Wiener Neustadt - Baden bei Wien. Fahrt nach Hartberg, noch vor Graz der zentrale Verwaltungsort der Traungauer im südlichen Teil der Stiria. Besichtigung des Karners mit seinem Bildprogramm, das zwar „Opfer“ einer Restaurierung in den 1880er Jahren geworden war, aber dennoch ansehnlich geblieben ist. Spaziergang zur römischen Villa von Löffelbach, einem der schönsten Landsitze des römischen Öster¬reichs. Die Burgruine Landsee ist eine der gut erhaltenen Anlagen im ehemaligen Grenzsaum zu Ungarn mit beeindruckendem Hauptturm. In Scheiblingkirchen hat sich die Pfarrkirche als eine der wenigen romanischen Rundkirchen erhalten. Die Babenberger Stadtgründung Neustadt auf ehemals steirischem Gebiet, später Wiener Neustadt, hat mit dem Dom einen der romanischen Großbauten Österreichs aufzuweisen, vor allem die Architektur des Brauttors ist berühmt.
8. Tag: Baden - Mödling - Klosterneuburg - Schöngrabern - Gobelsburg - Wieselburg - St Pölten - Wien/Salzburg- Linz - Wels. Innenbesichtigung des Karners von Mödling, in dem sich zwar wenige, aber vielleicht Stiftungsfresken des lokalen Adels erhalten haben. In Klosterneuburg sind die Platten des Email-Großwerks des Nikolaus von Verdun von einer wahrscheinlich ursprünglichen Amboverkleidung zu einer Art Protoflügelaltar umgearbeitet worden. Es gibt auf dieser Welt nichts Vergleichbares. Die Arbeit ist einzigartig und wird im Rahmen einer Spezialführung besucht. Schöngrabern im Weinviertel ist sicher nicht eine „Steinerne Bibel“ -so der Buchtitel einer bekannten Monographie -aber einzigartig aufgrund der umfangreichen Bildszenen an der Außenapsis, deren Stil ein Kuriosum später Romanik darstellt. In Gobelsburg haben sich weitere Steingroßreliefs, früher außen, heute in der Kirche erhalten (von einer Kanzel?). Der große Zentralbau in Wieselburg, der am ehesten Vergleichsbeispiele in Oberitalien kennt, bildet den Schlusspunkt der Reise. Das Oktogon weist schwer, aber immerhin noch erkennbare Reste der ehemaligen Bemalung auf, sodass eine Rekonstruktion des früheren Gesamteindrucks möglich ist. Kurze Fahrt nach Amstetten. Rückfahrt unserer Gäste aus Wien mit der WESTbahn um 18.28 Uhr nach Wien, Ankunft um 19.18 Uhr bzw. unserer Gäste aus Salzburg um 18.32 Uhr nach Salz¬burg, Ankunft um 20.08 Uhr. Mit dem Bus zurück nach Oberösterreich, Ankunft in Linz um ca. 20.00 Uhr, in Wels ca. 20.20 Uhr.

LEISTUNGEN:

  • Fahrt mit einem Reisebus mit verstellbaren Sitzen (****Sitzabstand), Bordtoilette und Aircondition
  • WESTbahn-Ticket von Salzburg bzw. Wien/NÖ nach Linz und von Amstetten nach St. Pölten/Wien bzw. von Linz nach Salzburg inkl. Sitzplatzreservierung
  • 7 Übernachtungen in *** und ****Hotels (österr. Klassifizierung), jeweils in Zweibettzimmern mit Du/WC inkl. Ortstaxe
  • Halbpension mit Frühstücksbuffet
  • Eintritte u. Führungen: Stift Lambach (Fresken), Stift Kremsmünster (Museum), Burg Mauterndorf, Aguntum, Burg Heinfels, Stiftsmuseum und Teurnia in Millstatt, Gurker Dom (Museum und Krypta), Burg Petersberg und Stadtmuseum in Friesach, Stift Seckau, Stift St. Paul (Schatzkammer und Kirche), Burgruine Landsee, Verduner Altar, alle Kirchen und Klosterbesichtigungen lt .Programm (div. Spenden)
  • qualifizierte österreichische Reiseleitung

Gültiger Reisepass bzw. Personalausweis erforderlich!
Höchstteilnehmerzahl: 18 Personen

HOTELUNTERBRINGUNG: Die Unterbringung erfolgt in folgenden o.ä. Hotels (Landes-Klassifizierung) in Zweibettzimmern mit Du/WC
Aigen/Ennstal: ***„Gasthof Kirchenwirt Aigen“ (Zentrum)
Spittal/Drau: ****„Hotel Ertl“ (Zentrum)
Friesach: ****„Villa Bucher“ (Zentrum)
St. Paul: ***„Landhotel Freitag“ (Zentrum)
Baden b. Wien: ****„Hotel Schloss Weikersdorf“ (zentral gelegen)

>> zum PDF der Reise

Zustiege

AMSTETTEN, Hauptbahnhof
ATTNANG PUCHHEIM, BAHNHOF
LAMBACH, Firma Kneissl Touristik
LINZ/Hbf., Reisebusterminal/ABC Buffet
SALZBURG, HAUPTBAHNHOF
ST.PÖLTEN, HAUPTBAHNHOF
VÖCKLABRUCK, Bahnhof
WELS-Hauptbahnhof, Schauerstr./Reisebushaltest.
WIEN, Bahnhof Hütteldorf
WIEN, Westbahnhof
H R Bezeichnung Termin Preis pro Person ab
Auf Anfrage Auf Anfrage Romanik in Österreich - Kleingruppe 19.06.2021 - 26.06.2021 1.550,- €  


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